Verteiltes System

Ein verteiltes System, oder auch eine verteilte Schaltmatrix, beschreibt die räumliche Verteilung der Testpunkte eines einzelnen Testsystems über eine größere Fläche. Dies ist nötig, wenn der Prüfling / UUT selbst eine große räumliche Ausdehnung hat. Beispiele finden sich vor allem in der Luft- und Raumfahrtindustrie oder in der Bahnindustrie, wo beispielsweise ganze Hubschrauber oder Züge einem Funktionstest unterzogen werden müssen.

 

Für eine verteilte Matrix werden zusätzlich zu dem zentral platzierten Basis-Tester sogenannte Erweiterungseinheiten oder Matrix-Koffer an Stellen mit hohem Testpunktaufkommen platziert. Diese Einheiten werden dann mit einem einzigen Kabel mit der Basisstation verbunden und vereinfachen somit den Testaufbau enorm.

 

Anstelle einer Vielzahl von einzelnen Adaptionskabeln von den Testpunkten des Basis-Testers über lange Strecken zu den jeweiligen Anschlusspunkten, muss der Prüfer den Basis-Tester mit nur einem Kabel mit der Erweiterungseinheit (Matrix-Koffer) verbinden.  Von dort aus werden dann nur noch relativ kurze Adaptionskabel zu den Anschlusspunkten benötigt.

 

Neben dem vereinfachten Aufbau der Adaption (geringe Anzahl von Kabeln, weniger Gewicht), höherer Arbeitssicherheit (geringere Stolpergefahr) hat dies vor allem auch physikalische Vorteile: es entstehen geringere Spannungsabfälle und die Messgenauigkeit steigt.

 

Basis-Tester und Erweiterungseinheiten können in kettenförmiger oder sternförmiger Topologie angeordnet werden oder auch als Mischung dieser beiden.

Abbildung 1: Schemazeichnung eines W 454 Testsystems mit verteilter Matrix mit Erweiterungseinheiten und Matrixkoffern unterschiedlicher Konfiguration